Spenden macht glücklich

Dez 22nd, 2011 | By | Category: Aktuelles, Spendenmarkt

Pünktlich zur Weihnachtszeit beginnt jedes Jahr der heiße Kampf um die Gunst der Spender. Doch dass es wieder mal so weit ist, merkt man oft nicht nur an den vollen Lebkuchenregalen im Supermarkt, sondern an den Spendenaufrufen im Fernsehen und auf der Straße. Während allerorts zur Vorsicht bei Spenden in der Weihnachtszeit gemahnt wird, haben wir uns gefragt, warum wir verstärkt zu Weihnachten zum Spenden angehalten werden. Das Steuerjahr läuft aus, das Weihnachtsgeld geht ein und in der kalten Jahreszeit erwacht in vielen Menschen Mitgefühl für all jene, denen es schlechter geht als einem selbst. Wenn in der Weihnachtszeit der Geist der Nächstenliebe in uns angefacht wird, sind wir besonders empfänglich für eben diese Emotionen. Das weckt in uns den Wunsch von unserer materiellen Sättigung einen kleinen Teil abzugeben und dabei etwas Gutes zu tun. Auch spendensammelnde Organisationen und Vereine wittern das Geschäft und drücken stark auf den Mitleidsnerv. Aber das ist nicht der einzige Grund warum wir spenden. Denn Geben gibt auch wieder etwas zurück. Sind wir Menschen zu besonderen Gegebenheiten ein Stück weit selbstlose Wesen?

Indem man ein kleines Stück vom eigenen Glück abgibt, hilft man nicht nur Anderem, sondern auch sich selbst. Quelle: Flickr, twicepix

US-amerikanische Wissenschaftler haben heraus gefunden, dass Schenken und Spenden das persönliche Wohlbefinden steigert. Dieser Effekt darf nicht mit dem Beruhigen eines schlechten Gewissens verwechselt werden und tritt natürlich nur bei einer gegebenen finanziellen Grundvoraussetzung ein. Dieser Studie zufolge stellt speziell der Akt Geld zu geben, ohne eine Gegenleistung zu erwarten einen Schlüsselmechanismus dar. Dieser hinterlässt beim Geber ein Glücksgefühl, das durch den Erwerb gewünschter Güter für sich selbst nur bedingt erreicht werden kann. Interessanterweise empfinden dabei Menschen mit einem geringeren Einkommen durch spenden ein stärkeres und langanhaltenderes Glücksgefühl. Bei Personen, die einen luxuriöseren Lebensstil führen, ist dieses Glücksgefühl indes nur von kürzerer Dauer und braucht stärkere Reize.

Spenden macht also glücklich und gibt dem Geber das Gefühl eine gute Tat vollbracht zu haben. Das klingt fast selbst wie eine kleine Weihnachtsgeschichte.  Dieser Mechanismus greift besonders in der Weihnachtszeit. Brauchen arme Kinder aber nur im Dezember Essen? Erleiden Menschen nur im Winter Krankheiten? Dem  potentiellen Spender wird zu Weihnachten eine besonders große  Not in der Welt vorgehalten. Doch ist das vielmehr Ausdruck der großen finanziellen Engpässe in den Hilfswerken, die deshalb an unsere Großzügigkeit in der Vorweihnachtszeit appellieren. Doch die Not besteht das ganze Jahr über. Unter logistischen Gesichtspunkten und noch viel wichtiger, aus der Perspektive derer, die wir unterstützen wollen, sind kontinuierliche Spenden am sinnvollsten. Nur so können Kampagnen langfristig gedeckt und die Nachhaltigkeit eines Projekts gewährleistet werden. Und wenn sich das Gewicht des Kleingelds im Portemonnaie mal wieder bermerkbar macht, überlegen Sie doch vielleicht, auch mal für Kultur- und Jugendprojekte zu spenden. Denn auch da gibt es viele unterstützenswerte Programme.

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