Spielerisch Spenden sammeln: Das Online Spiel spent!
Jun 30th, 2011 | By Fabian Böhm | Category: Aktuelles, Erfolgsbeispiele, Fundraisinginstrumente, Kolumne, Onlinespenden, Social MediaOnline Spiele wie Farmville oder Angry Birds begeistern bereits weltweit Millionen von Menschen und machen ebenfalls Millionen an Gewinnen. Wie man Fundraising und Nonprofit Marketing mit Onlinespielen verbinden kann, zeigen bereits einige Spiele wie 3rd World Farmer, UNICEF Games und spent. Das Spiel spent, das für eine NPO entwickelt wurde, die sich mit Obdachlosigkeit beschäftigt, wollen wir uns in diesem Blogartikel etwas genauer anschauen.
Wie spent funktioniert?
In dem Spiel spent versetzt sich der Spieler in die Rolle eines alleinerziehenden Amerikaners, der gerade seinen Job und sein Haus verloren hat und nun eine Reihe schwieriger Entscheidungen treffen muss.
In jedem Spielzug wird man mit einer Entscheidung konfrontiert, die in den meisten Fällen finanzielle Auswirkungen hat. Das Ziel des Spieles ist es mit dem verfügbaren Geld durch den Monat zu kommen. Nach jedem Spielzug wird dem Spieler eine Statistik angezeigt, die mit dem Spielzug in Verbindung steht, wie z.B. „Einer von vier Amerikanern hat keine Zahnversicherung“ oder „50 Millionen Amerikaner hatten 2009 nicht genügend Essen.“
Wofür es gut ist
• Bildung
• Interessante und spielerische Vermittlung von Informationen
• Fundraising
• Branding
• Social Media
Online Fundraising: Spendenbutton
Weder vor dem Spiel noch während des Spieles wird man von einem Spendenaufruf „belästigt“. Erst nach dem beendeten Spiel oder bei einem Spielabbruch, wird man mit einem großen Button zum Spenden aufgerufen. Nachdem sich der Spieler in die schwierige Lage eines von Obdachlosigkeit bedrohten Menschen hineinversetzt hat, kann die Spendenbereitschaft höher sein, besonders bei einem geringen Betrag wie $5.
Die Platzierung des Spendenbuttons macht Sinn und stört nicht den Spielverlauf. Das Spiel spent hat verstanden, dass ein Spieler während eines Spieles nicht unbedingt spenden, sondern spielen möchte.
Social Media
Bei einigen Spielzügen kann man sich aussuchen, ob man z.B. die Miete zahlt, die Zahlung ignoriert oder einen Freund auf Facebook um Hilfe bittet. Social Media ist in den Spielverlauf sinnvoll und dezent integriert. Sehr clever ist auch, dass man nicht dazu gezwungen ist, auf seiner eigen Wall zu posten: Man kann es bei einem Freund auf der Wall posten, in einer Gruppe posten oder den Hilfeaufruf als private Nachricht senden.
Verbesserungspotentiale
Das Spiel ist sehr gut durchdacht, jedoch gibt es keinen Mechanismus, der dazu anregt das Spiel mehrmals zu spielen, wie z.B. eine Bestenliste.
Ein Anzeichen dafür, dass es noch schwierig ist Spiel und Spende zu verbinden, ist, dass keines der gemeinnützigen Spiele es geschafft hat, Millionen Spieler zu erreichen. Die Nonprofit und Spiele Community muss in den nächsten Jahren noch herausfinden, wie man Beides besser verbinden kann.
Die große Herausforderung dabei ist, wie man die Spende sinnvoll in den Spielverlauf einbinden kann, ohne den Spaßfaktor einzuschränken.
Weitere Informationen:
Spiel: http://playspent.org/
Nonprofit: Urban Ministries of Durham, 410 Liberty Street, Durham, http://www.umdurham.org/
Agentur: McKinney 318 blackwell Street, Durham, http://mckinney.com


